VKE - Verband der Vertriebsfirmen Kosmetischer Erzeugnisse e.V.

Konsumenten ohne Unrechtsbewusstsein beim Kauf von Kosmetikfälschungen

Konsumenten nehmen Kinderarbeit und Unterstützung der organisierten Kriminalität in Kauf
Ein Beitrag von Martin Ruppmann, Geschäftsführer VKE-Kosmetikverband


Martin Ruppmann

Das Thema Produkt- und Markenpiraterie beschäftigt die Kosmetikindustrie in immer größerem Umfang. Allein im Jahr 2014 wurden an den Außengrenzen der EU gefälschte Kosmetikprodukte im Wert von fast 60 Mio. € aufgegriffen.

Laut unserer aktuellen Studie mit TNS Infratest können sich 88 Prozent der Befragten etwas unter dem Thema Produkt- und Markenpiraterie vorstellen. 73 Prozent der Befragten verstehen darunter die Fälschung eines Markenartikels mit minderwertigem Material. Dennoch gibt es innerhalb der deutschen Konsumenten einen erschreckenden Trend zum Kauf von Fälschungen.

Jeder Zweite hat bereits gefälschte Waren erworben. Das Motiv war vor allem der günstigere Preis. Nur jeder Dritte dachte, es handele sich um ein Originalprodukt. 63 Prozent von ihnen würden auch zukünftig wieder zu Piraterieartikeln greifen.

Kauf von Piraterieware

Dabei ist einer Mehrheit bewusst, dass es zu Gesundheitsgefährdungen kommen kann, die Wirksamkeit mangelhaft ist und Markenrechte verletzt werden. Mehr als die Hälfte lässt sich auch von der Tatsache nicht abschrecken, dass Kinderarbeit gefördert und Organisierte Kriminalität unterstützt wird.

Kaufort von Piraterieware

Fast die Hälfte der Fakekäufer shoppen auf Reisen im Ausland, jeder fünfte Kauf erfolgt im Internet. Die Konsumenten erwarten hier, dass die Inhaber der Markenrechte alle Produktangebote im Internet überwachen und Fälschungen entfernen.

Der anhaltende gesellschaftliche Trend zu hochwertigen Markenprodukten, befeuert in unserer Branche leider auch das Geschäft der Fälscher. Es sollen zwar die richtigen Marken im Badezimmer stehen, aber vielfach mangelt es an der Bereitschaft, den entsprechenden Preis im autorisierten Fachhandel dafür zu zahlen.

In Deutschland herrscht weiterhin eine gefährliche Schnäppchenmentalität. Schließlich können die Verwendung von minderwertigen Produktfälschungen mit Inhaltsstoffen zweifelhafter Herkunft und Qualität zu massiven gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Kauf von gefälschten Markenprodukten

Die Industrie versuchet, möglichst alle Kanäle – und das ist massiv das Internet – frei von Fälschungen zu halten, aber die Fälscher sind in den letzten Jahren immer schneller und besser geworden. Wo die Rechteinhaber einen Onlineshop schließen, entstehen zeitgleich zwei Neue. Noch schwieriger ist es, das Problem in den Herkunftsländern wie China an der Wurzel zu packen. Der Erfolg orientiert sich hier leider am Grad der Rechtsstaatlichkeit versus Korruptionslevel.

Die Studie zeigt, dass die Konsumenten wenig Unrechtsbewusstsein haben. Dennoch wird der Verband nicht in seinen Bestrebungen nachlassen, die Bevölkerung über die großen persönlichen Risiken und den volkswirtschaftlichen Schaden aufzuklären.

Kontrollen im Internet